{"id":389,"date":"2020-11-02T09:45:39","date_gmt":"2020-11-02T09:45:39","guid":{"rendered":"http:\/\/pierre-dominique-ponnelle.com\/?post_type=project&#038;p=389"},"modified":"2020-11-19T10:18:19","modified_gmt":"2020-11-19T10:18:19","slug":"nomen-est-omen","status":"publish","type":"project","link":"http:\/\/pierre-dominique-ponnelle.com\/?project=nomen-est-omen","title":{"rendered":"\u201eNumen et Omen\u201c, f\u00fcr Orgel und Schlagzeug (2015)"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.9&#8243;][et_pb_row column_structure=&#8220;2_5,3_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.9&#8243;][et_pb_column type=&#8220;2_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.9&#8243;][et_pb_image src=&#8220;http:\/\/pierre-dominique-ponnelle.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Numen-et-Omen.jpg&#8220; _builder_version=&#8220;4.0.9&#8243;][\/et_pb_image][\/et_pb_column][et_pb_column type=&#8220;3_5&#8243; _builder_version=&#8220;4.0.9&#8243;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.0.9&#8243; hover_enabled=&#8220;0&#8243;]<\/p>\n<h1>Prof. Claus-Dieter Osth\u00f6vener &#8211; Die Musik des Heiligen<\/h1>\n<p><strong>Vortrag zur Auff\u00fchrung des Dialogs f\u00fcr Orgel und Schlagzeug \u201eNumen et Omen\u201c von Pierre-Dominique Ponnelle in der Erl\u00f6serkirche (M\u00fcnchen) am 25. September 2019 durch Michael Grill und Leander Kaiser<\/strong><\/p>\n<p>Nomen est omen. \u2013 Im Namen liegt eine Bedeutung, zumeist eine schicksalhafte, das Leben bestimmende. Im besten Fall wird der Name von Gott selbst verliehen, im schlimmsten Fall wirft er einen langen Schatten auf ein kurzes Leben. Was aber der Fall ist, ist ungewi\u00df, ein reiches Spektrum denkbarer M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet sich dem Nachsinnen, verkn\u00fcpfend, assoziierend, verdichtend versucht es sich zu orientieren. Numen et Omen. Nomen \u2013 Numen. Ein Anklang, eine leichte Verschiebung des Vokals \u2013 und ein ganz anderes, neues Feld. Numen, das Au\u00dfergew\u00f6hnliche, das \u00dcberweltliche, das was sich nicht fassen l\u00e4\u00dft in den Wendungen allt\u00e4glicher Verst\u00e4ndigung. Ein Wort von altersher, mit antikem Klang, lang schon ungebr\u00e4uchlich, fast unbekannt. Allenfalls Freunde der italienischen Oper werden den Ausruf \u201eO Numi!\u201d kennen, wenn das Seeungeheuer das Schiff der Liebenden zu verschlingen droht. Ein klangsch\u00f6nes, altert\u00fcmliches Wort \u2013 wie geschaffen also, um der nur allzuvertrauten Religion neues Leben einzuhauchen, das Famili\u00e4re durch das Fremde zu profilieren, den Raum des Omen, der lebenswichtigen Bedeutungen und schicksalhaften Wendungen, zu \u00f6ffnen, freien Raum zu schaffen. Das waren auch Rudolf Ottos \u00dcberlegungen, als er sich mitten im ersten Weltkrieg, umgeben vom Einbruch brutaler Gewalt in die sicher geglaubten b\u00fcrgerlichen Verh\u00e4ltnisse, daran machte, \u201edas Heilige\u201d zu erkunden, dem Kern der Religion und der Religionen auf die Spur zu kommen. Sein schmales B\u00fcchlein erschien 1917 in Breslau, und es traf einen Nerv der ohnehin nerv\u00f6sen Zeit. Immer neue Auflagen fanden Leserinnen und Leser, in Deutschland, in England, Frankreich und Italien, aber auch in Japan, Spanien und Schweden. Bis heute wurde es in 23 Sprachen \u00fcbersetzt, seine Attraktivit\u00e4t ist ungebrochen. Worum geht es? Und was hat das alles mit Musik zu tun? Bleiben wir noch eine Weile bei der Oper. In ihrer traditionellen Form besteht sie aus Rezitativen und Arien, wobei die Rezitative die Handlung vorantreiben und begleiten, die Arien dagegen den Protagonisten Gelegenheit geben, die emotionalen Bewegungen ihres Innenlebens auszudr\u00fccken. Welche Emotionen sind das? Nun, solche, die wir auch aus unserem allt\u00e4glichen Umfeld kennen: Liebe, Freude, Trauer, Hoffnung, Verzweiflung, Zorn und Rache. In der Oper begegnen sie uns wieder, wie unter einem Vergr\u00f6\u00dferungsglas, \u201ebigger than life\u201c, sozusagen: \u00fcberlebensgro\u00df. Woher aber wissen wir, um welche Emotionen es geht, was gibt uns Aufschlu\u00df \u00fcber das Innenleben der Figur? Kurz, dreierlei: die Handlung, die Worte und die Musik. Wenn ein milder Zephyr weht und bei sanftem Mondenschein zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts mit ausgestreckten Armen zueinander finden, dann ist kaum ein martialischer Wutausbruch zu erwarten (jedenfalls nicht sofort). \u2013 Wenn die ersten Worte der Arie lauten \u201eDer H\u00f6lle Rache kocht in meinem Herzen\u201c, dann gibt es in Bezug auf die leitenden Gef\u00fchle nur wenig Interpretationsspielraum. \u2013 Und schlie\u00dflich und vor allem: die Musik. Die fr\u00fche Neuzeit hat eine F\u00fclle musikalischer Formen entwickelt, die der Kennerin verraten, welche Gef\u00fchle gerade zum Ausdruck dr\u00e4ngen, geradezu eine Art Lexikon. \u2013 Soweit die Oper, zumindest in ihrer traditionellen Form. Schon bei Mozart wird die Sache komplizierter. Und nun stellen Sie sich vor, wie all diese Verst\u00e4ndnishilfen eine nach der anderen entfernt werden: keine Handlung, keine Worte, keine weithin vertrauten musikalisch gepr\u00e4gten Formen. Dann sind wir ungef\u00e4hr bei unserem heutigen St\u00fcck. Und zugleich wieder bei Rudolf Ottos Erkundungen des Heiligen. Was wollte Otto in seinem \u201eHeiligen\u201c? Nun, er hat in dem Buch eine F\u00fclle von Problemen aufgeworfen und sie auch auf seine Weise gel\u00f6st; ich beschr\u00e4nke mich hier auf eine einzige Frage: Gibt es eigentlich religi\u00f6se Gef\u00fchle? Also solche Gef\u00fchle, die unzweifelhaft religi\u00f6ser Art sind und nicht nur solche, die wir auch sonst kennen (wie Liebe, Trauer oder Dankbarkeit) und die sich allenfalls in Kontexten einstellen, die wir aus anderen Gr\u00fcnden als religi\u00f6se ansehen (etwa weil wir uns in einer Kirche befinden). Otto hat diese Frage nach genuin religi\u00f6sen Gef\u00fchlen vehement bejaht und er hat zugleich versucht, der Vielfalt und der variablen Gestalt dieses religi\u00f6sen Innenlebens nachzugehen. Und eben darauf bezieht sich unsere heutige Musik. Was aber meint Otto mit einem spezifisch und unverwechselbar religi\u00f6sen Gef\u00fchl? Wie so oft, hilft auch hier ein Blick in die Heilige Schrift, und zwar, da es um Emotionen geht, in das Alte Testament. Otto hatte hier geradezu eine Art Urszene ausgemacht, die das was ihm vorschwebte drastisch vor Augen malte, n\u00e4mlich die Berufung des Propheten Jesaja. Eine Vision von grandiosem Ausma\u00df wird da geschildert. Der Innenraum des Tempels, getaucht in d\u00e4mmerndes Licht; der Herr der Heerscharen sitzt auf dem Thron, sein Saum, also der unterste Teil des Gewandes, erf\u00fcllt den gesamten Raum. Hier schon \u00fcbersteigt das Geschilderte jedes Vorstellungsverm\u00f6gen: wenn schon der Saum raumf\u00fcllend ist, wie riesenhaft ungreifbar mu\u00df dann erst der Sitzende gedacht werden. Und damit nicht genug, alle Sinne werden hier f\u00f6rmlich an den Rand ihrer Kr\u00e4fte gebracht. Machtvoll dr\u00f6hnt das \u201eHeilig, Heilig, Heilig\u201c durch die Luft, Fl\u00fcgelwesen rufen es einander zu, Mauern und Schwellen ersch\u00fctternd. Und Rauch erf\u00fcllt die Luft, es ist ein solch massives Erlebnis, da\u00df der Schauende und Schauernde, der Erlebende und F\u00fchlende f\u00f6rmlich der Sprache beraubt wird: er wird \u201egeschweigt\u201c, wie es in einer modernen \u00dcbersetzung hei\u00dft, was im Deutschen so ungew\u00f6hnlich ist wie im Hebr\u00e4ischen, aber eben darum geht es ja auch: das ganz und gar Ungew\u00f6hnliche, das nicht Allt\u00e4gliche, das was sich nicht fassen und einfangen l\u00e4\u00dft, das was nicht nur \u00fcberlebensgro\u00df, sondern geradezu \u00fcberweltlich ist: das Numinose in all seiner \u00fcberw\u00e4ltigenden F\u00fclle. Das Gef\u00fchl, das sich hier einstellt, ist von elementarer religi\u00f6ser Bedeutung \u2013 es ist die Scheu. Man scheut, man weicht zur\u00fcck, man ist gebannt, man f\u00fchlt sich angesichts der F\u00fclle des Geschauten, Geh\u00f6rten, Unfa\u00dfbaren, klein und gering. Und mehr noch: die ersten Worte, die dem Jesaja m\u00fchsam entfahren, lauten: \u201eWeh mir, ich vergehe! denn ich bin unreiner Lippen\u201c. Nicht nur klein, sondern unw\u00fcrdig f\u00fchlt man sich angesichts des Heiligen, man bedarf der Reinigung, die hier wiederum bildstark mithilfe gl\u00fchender Kohlen durchgef\u00fchrt wird. Erst dann ist man geeignet, Worte des Heiligen zu sagen, zu verk\u00fcnden. Auch diese biblische Vision \u00fcbersteigt in vielerlei Hinsicht unseren Alltag, auch sie ist eine Art \u00fcberdimensionales Vergr\u00f6\u00dferungsglas, in dem wir deutlich sehen, was uns abgeschattet und abgebla\u00dft in unserem religi\u00f6sen Leben bewegt, wobei noch gar nichts \u00fcber eine spezielle Religion oder gar \u00fcber bestimmte Lehren und Praktiken gesagt ist. In diesem Rahmen bewegt sich nun Ottos Analyse der emotionalen Reaktionen auf die Begegnung mit dem Numen, dem Numinosen, dem G\u00f6ttlichen. Er unterscheidet die abdr\u00e4ngenden und die anziehenden Gef\u00fchle, er benennt das Grauen, die Seligkeit, das Majest\u00e4tische und Energische, das Unfa\u00dfbare, das Ganz Andere. Er ging davon aus, da\u00df sich solcherlei Gef\u00fchle in allen Religionen der Welt in unterschiedlicher Gestaltung finden lassen, es ist dies auch ein Versuch, das Menschheitsverbindende des Religi\u00f6sen herauszustreichen, trotz und gerade angesichts des inhumanen Grauens ringsum. Und dieses Gef\u00fchl des schauervollen Geheimnisses kann eine ganze F\u00fclle von Ausdrucksformen und vor allem von Ausdrucksintensit\u00e4t annehmen. Otto schreibt: \u201eDas Gef\u00fchl davon kann mit milder Flut das Gem\u00fct durchziehen in der Form schwebender ruhender Stimmung versunkener Andacht: es kann so \u00fcbergehen in eine stetig flie\u00dfende Gestimmtheit der Seele die lange fortw\u00e4hrt und nachzittert bis sie endlich abklingt und die Seele wieder im Profanen l\u00e4\u00dft. Es kann auch mit St\u00f6\u00dfen und Zuckungen pl\u00f6tzlich aus der Seele hervorbrechen. Es kann zu seltsamen Aufgeregtheiten, zu Rausch Verz\u00fcckung und Ekstase f\u00fchren. Es hat seine wilden und d\u00e4monischen Formen. Es kann zu fast gespenstischem Grausen und Schauder herabsinken. Es hat seine rohen und barbarischen Vorstufen und \u00c4u\u00dferungen. Und es hat seine Entwicklung ins Feine Gel\u00e4uterte und Verkl\u00e4rte. Es kann zu dem stillen dem\u00fctigen Erzittern und Verstummen der Kreatur werden vor dem \u2014 ja wovor ? Vor dem was im unsagbaren Geheimnis \u00fcber aller Kreatur ist.\u201c \u2013 Schwebende Stimmung, Verz\u00fcckung und Ekstase, stetiges Flie\u00dfen, Erzittern und Verstummen \u2013 es liegt auf der Hand: nur die Musik ist in der Lage, diese Skala vom mehrfachen fortissimo bis zum leisesten pianissimo, diesen Reichtum an Abschattungen und Gef\u00fchlslagen nachzubilden. Und damit sind wir nun endg\u00fcltig bei unserem heutigen St\u00fcck. Otto vollzieht eine radikale Elementarisierung, er geht zur\u00fcck auf die ersten Spuren, die Anf\u00e4nge, sowohl der Geschichte, wie der einzelnen Seele. Und so mu\u00df auch die musikalische Gestaltung auf das Elementare zur\u00fcckgehen. Was aber k\u00f6nnte elementarer sein, als die fl\u00fcchtig aus dem Schilfrohr geschnitzte Fl\u00f6te, als das aus zwei H\u00f6lzern zusammengestellte Schlagwerk. Man br\u00e4uchte nicht einmal solche Materialien, man pfeift mit dem Munde und klatscht in die H\u00e4nde. Freilich, heute erwarten uns sehr viel entwickeltere und komplexere Varianten dieser elementaren Instrumente: Die Orgel, die \u201eheidnische Riesenpanfl\u00f6te\u201c, wie sie ein Zeitgenosse Ottos genannt hat, \u201enur m\u00fchsam geb\u00e4ndigt von der christlichen Kirche\u201c. Und das Schlagwerk in seiner ganzen F\u00fclle, von der Triangel bis zur gro\u00dfen Pauke, T\u00f6ne auf Holz, Metall, Glas und Fell. Rhythmisch sind beide und auch melodisch sind beide Instrumentarien, denn mithilfe des Vibraphons, des Marimbaphons, der R\u00f6hrenglocken und anderer Schlaginstrumente, k\u00f6nnen melodische Tonfolgen erzeugt werden. Es ist ein Dialog zweier gewaltiger Instrumentarien und es ist ein Dialog, in dem vielerlei geschieht. Die Orgel setzt die F\u00fclle ihrer Register ein, jedoch in feinen Abstufungen, oftmals variiert, vom leisen zarten Klingen zum \u00fcberw\u00e4ltigenden Mischklang. Das Schlagwerk wird ebenfalls in feinster Nuancierung eingesetzt, reagierend, voranschreitend, abtastend, begleitend. Ein mannigfach ineinander gefugter Klangraum entsteht auf diese Weise. Es ist, wie der Komponist betont, \u201eeine freie Assoziation zu Ottos Charakterisierungen des Heiligen\u201c. Wir haben, wie schon gesagt, weder Handlung, noch Worte, noch vorgefertigte sinnvolle Formen zur Hilfestellung des H\u00f6rens. Das hei\u00dft: auch wir m\u00fcssen frei assoziieren, gleichviel ob wir das Buch nun kennen oder auch nicht. Hier wird nicht abgebildet und gemalt, sondern eben assoziiert, verkn\u00fcpft und gel\u00f6st, kontrastiert und harmoniert. Schon Ottos Text will gar nichts anderes sein, als eine freie Assoziation, der auch beim Lesen frei aufgenommen und selbstst\u00e4ndig mit dem eigenen Empfinden und Erleben verbunden werden soll. Nehmen wir als Beispiel eine Predigt. Sie bezieht sich auf einen biblischen Text, der seinerseits Erfahrungen mit dem G\u00f6ttlichen zum Ausdruck bringt, und zwar mit Bildern und Worten lang versunkener Zeiten. So bringt nun die Predigerin diese Bilder und Worte und vielleicht auch das darin Ausgedr\u00fcckte in eigene Bilder und Worte mit dem Ziel, das gegenw\u00e4rtige G\u00f6ttliche auf fruchtbare Weise nennen und hervorrufen zu k\u00f6nnen. Die H\u00f6rerinnen und H\u00f6rer sind nat\u00fcrlich wiederum viel mehr als blo\u00df dieses: H\u00f6rende, auch sie sind Denkende, Sinnende, Erlebende, die all dieses wiederum beziehen auf das eigene Leben, die eigene Welt. Und dabei mag dann durchaus am Ende das lang schon Versunkene in unerwartet kraftvoller und wirksamer Gestalt hervortreten, durch alles \u00dcbersetzen und \u00dcbertragen, Verstehen und Mi\u00dfverstehen hindurch. Wie bei der Oper nehmen wir nun alle \u00e4u\u00dferen Hilfsmittel hinweg, den vertrauten biblischen Text, die kirchliche Tradition, den Katechismus, die Dogmatik. Was bleibt? Frei assoziierende Kl\u00e4nge und T\u00f6ne. Und so sind wir bei einem freien Assoziieren der H\u00f6renden zu dem frei Assoziierten der musikalischen Gestaltung, die sich bezieht auf die Assoziationen des Ottoschen Buches, das wiederum nur weisen will auf das ungreifbare Numinose. Fast sinnverwirrend scheint dies alles zu sein. Will also die Kunst hier das Unm\u00f6gliche? \u2013 Selbstverst\u00e4ndlich! Was sollte sie sonst wollen? Einige Hinweise nun noch zur Musik selbst. Das Tempo ist zumeist langsam, flie\u00dfend, sinnend. \u201eLento\u201cist der lange erste Teil \u00fcberschrieben, langsam in unterschiedlich flie\u00dfender Bewegung. Das Vibraphon teilt sich zun\u00e4chst mit Pauken und Gong in den Dialog mit der Orgel, Trommeln und Pauken treten dann sp\u00e4ter in den Vordergrund. Das Ende dieses ersten Teils wird im Wortsinn eingel\u00e4utet von den R\u00f6hrenglocken im Verbund mit den Zymbeln. Im zweiten Teil, \u201eAdagio\u201c, treten dann Holzblock und Tempelblock hervor, fremdartiger scheint die Szenerie, schwerer zu fassen. Das Marimbaphon tritt in den Dialog mit ein. Am Ende dieses k\u00fcrzeren Teils l\u00e4\u00dft sich das Vibraphon wieder h\u00f6ren, bevor der kurze Schlu\u00dfteil, \u201eAllegro molto\u201c, beginnt, mit der eigenwilligen Thunder Tube und den Klangschalen. In einen wilden Mischklang m\u00fcndet das Werk, langsam verhallend, zur\u00fcckweichend, in Sph\u00e4renkl\u00e4ngen verschwebend. \u201eNumen et Omen\u201c \u2013 was uns da nun gleich musikalisch begegnet, das bewegt uns \u00e4u\u00dferlich und vielleicht innerlich, es gestaltet einen Raum, au\u00dfen und auch innen. Es gibt Gelegenheit, dem Heiligen nachzulauschen und nachzusinnen, in freier Weise.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nomen est omen. \u2013 Im Namen liegt eine Bedeutung, zumeist eine schicksalhafte, das Leben bestimmende. Im besten Fall wird der Name von Gott selbst verliehen, im schlimmsten Fall wirft er einen langen Schatten auf ein kurzes Leben. Was aber der Fall ist, ist ungewi\u00df, ein reiches Spektrum denkbarer M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet sich dem Nachsinnen, verkn\u00fcpfend, assoziierend, verdichtend versucht es sich zu orientieren. Numen et Omen. 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